Bundeshausgeflüster #38

Bundeshausgeflüster #38
Es geht weiter mit politischem Elan und Dynamik.

Auch mir war es zu heiss, um zu flüstern...

Aber es ist Zeit, wieder mit dir in Kontakt zu treten, und ich freue mich, dich über Abstimmungsthemen, die Herbstsession und natürlich über Sportliches auf dem Laufenden zu halten.

Der Abstimmungsbrocken ganz zuerst

Am meisten beschäftigt mich die Neutralitätsinitiative, besser gesagt die Pro-Putin-Initiative.

Die sogenannte «Neutralitätsinitiative»

will Schweizer Sanktionen gegen Staaten und Verbrecherbanden verunmöglichen, die das Völkerrecht oder die Menschenrechte verletzen. Damit ist sie in Wirklichkeit eine Pro-Putin-Initiative.

Ich kann es knackig und deutlich benennen:

  • Nebst der SVP gibt es keine Partei, die hinter der Blocherinitiative steht.
  • Neutralität heisst nicht Verantwortungslosigkeit, sondern sich für Frieden und Völkerrecht einzusetzen. Wer wegschaut, während Putin die Ukraine bombardiert, ist nicht neutral.
  • Die Schweiz wird isoliert und das schwächt auch unsere Wirtschaft.

❌ NEIN zur Ernährungsinitiative

Soll die Selbstversorgung und Unabhängigkeit der Schweiz erhöhen. Bild: Christian Pfander

Diese lehne ich ebenfalls ab, weil deren Umsetzung nicht möglich ist und sie mir zu übertrieben und realitätsfremd daherkommt.

Der sehr hoch eingeforderte Selbstversorgungsgrad von 70% ist utopisch.

Eine politisch erzwungene Nachhaltigkeit, die zu höheren Produktionskosten und stark steigenden Lebensmittelpreisen führt, würde vor allem Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen belasten, wodurch gesunde und nachhaltige Ernährung zum Privileg für Gutverdienende wird.

Zudem möchte ich betonen, dass der Fokus auf eine Ernährung mit mehr pflanzlichen Lebensmitteln korrekt ist. Wir haben übrigens einen Gegenvorschlag eingebracht, welcher auf eine nachhaltige Landwirtschaft zielte… erfolglos.


✅ Hier gilt: Ja! 

Der Kanton Bern stimmt über die Bildungsinitiative ab. Da gibt es ein klares Ja! 

  • Gute Bildung ist die Basis für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Demokratie und den wirtschaftlichen Erfolg. 
  • Eine flächendeckende Bildungsqualität garantiert, dass alle Kinder unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Chancen haben.
  • Auch in finanziell angespannten Zeiten müssen Ressourcen für die Bildung sichergestellt sein.
  • Es wird verbindlich sichergestellt, dass ausreichend qualifizierte Lehrkräfte vorhanden sind.

Was läuft sicherheitspolitisch?

Wieder einmal beugen wir uns im September über die Armeebotschaft, wobei ich diese bereits in der SIK mitbehandelt habe. Ursprünglich war ich ziemlich zufrieden mit der mehrheitlich besonnenen Armeebotschaft 2026. 

Insbesondere weil die Priorisierung auf Luftverteidigung, Drohnenabwehr, elektronische Kriegsführung und resiliente Infrastruktur zielte und sich nicht an einem höchst unwahrscheinlichen, terrestrischen Angriff ausrichtete.

Leider wurde die Armeebotschaft in der Kommission dermassen abgeändert, dass ich aktuell nicht mehr dahinterstehen kann – ausser wir korrigieren im Parlament wieder.

500 Millionen mehr für Munition. Bild: Reuters

Es kann nicht sein, dass in einer Hüst- und Hott-Aktion und ohne jegliche Vorbereitung, eine bürgerliche Mehrheit einfach eine halbe Milliarde mehr Geld ausgeben will für Munition, aber keine zusätzlichen Gelder für Lärmsanierungen bei den Militärflugplätzen tolerieren will.

Die Gegenfinanzierung dieser halben Milliarde ist übrigens nicht klar, respektive «planlos». Ironischerweise wurde mein Antrag zur Erhöhung des Drohnenkredites abgelehnt, obschon dieser hätte gegenfinanziert werden können.

Armeebotschaft 2026 - 500 Millionen mehr für Munition und keine Lärmsanierung in Meiringen
Der Bund soll eine halbe Milliarde Franken zusätzlich für Flugabwehr-Munition zur Verfügung haben, um die Vorräte so rasch wie möglich aufzustocken. Abgelehnt wurde dagen der Kredit für die Fluglärm-Sanierung – das trifft auch den Militärflugplatz Meiringen

Was läuft sportpolitisch?

Heiss um die Olympischen Spiele 2038 ist es bereits geworden. Die WBK entscheidet in den nächsten Tagen, was sie dem Parlament empfiehlt.

Persönlich setze ich mich für die Olympischen Spiele in der Schweiz ein und bin der Meinung, dass der Bund die ziemlich bescheidenen Gelder sprechen kann. Die Kantone sind gefordert, mit Garantien und natürlich mit der Legitimation der Spiele. Die Bevölkerung muss mitreden können und diese Arbeit muss bei den Austragungskantonen noch geleistet werden. 

Ich befürworte die Olympischen und Paralympischen Winterspiele in der Schweiz, weil die Olympischen Spiele nicht nur das grösste Ereignis für den Sport sind, sondern weil sie kraft ihrer Emotionen für ein Land und dessen Bevölkerung ein Vermächtnis hinterlassen. Die Schweiz kann ein Gamechanger für zukünftige, Olympische Spiele werden mit dem dezentralen und nachhaltigen Konzept. 

Mehr dazu dann speziell in einem der nächsten Geflüster...


Schulsport in Gefahr!

Erinnerst du dich noch an den Turnunterricht in der Schule? Oder profitieren deine Kinder heute davon?

Genau dieses Obligatorium will unsere Finanzministerin Karin Keller Sutter gefährden. Im Entflechtungsprogramm 27 möchte sie die Kompetenz zur Durchführung des Sportunterrichts an die Kantone übergeben. Sprich, Kürzungen wären bei etlichen Kantonen die Folge.

Das lassen wir nicht zu und kämpfen. Wir müssen nicht weniger, sondern mehr bewegen. Diese Rechnung kann ja nicht so schwierig sein.

Schulsport in Gefahr: Kantone könnten Lektionen streichen
Die Schweiz plant, das Schulsport-Obligatorium abzuschaffen. Kritiker befürchten, dass Kantone dadurch Sportlektionen kürzen oder ganz streichen könnten, um weniger in teure Turnhallen investieren zu müssen.

Was lief sportlich?

Jubi Nordic A. mit Eddie

Zusammen mit Dölf Ogi und «Eddie the Eagle» feierten wir unser Jubiläum der Nordic Arena in Kandersteg. Highlight war, dass «the Eagle» gesprungen ist.

Mit 62 Jahren: «Eddie the Eagle» fliegt nochmals
37 Jahre nach seinem letzten Besuch kehrt Michael «Eddie the Eagle» Edwards nach Kandersteg zurück – und wagt sich mit 62 Jahren tatsächlich noch einmal auf die Skisprungschanze.

Geärgert haben wir uns über den Entscheid des IOC, mindestens für die nächsten Winterspiele die Nordische Kombination zu streichen...

Zu wenig beliebt - Schlag für Kandersteg: Olympisches Aus für Nordische Kombination
Die Entscheidung ist gefallen: Die Nordische Kombination ist nicht mehr Teil des Programms der Olympischen Winterspiele. Für das Nordische Zentrum in Kandersteg ist das eine Hiobsbotschaft.

Swiss Ice Hockey Night

Die Ehrung erfolgt in Form des Hockey-Awards.

In Interlaken durfte das Schweizer Frauen-Eishockey-Nationalteam den renommierten Hockey-Award entgegennehmen. Swiss Ice Hockey würdigte den Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina im Februar 2026.

Es war mir eine Ehre, durfte ich die Frauen im Olympiajahr begleiten, und ich hoffe schwer, dass der Verband eine Legacy für den Nachwuchs hinterlässt, dass die Bedingungen für unsere Spielerinnen attraktiver werden und dass sie berufliche Perspektiven auch nach ihrer Karriere haben und nicht vor einer leeren 2. Säule im Alter stehen.

Mit den Sportsoldatinnen: Maurer, Vallario und Zimmermann

Wo triffst du mich?

Am 3. September bei der SP Wohlen, Meikirch und Kirchlindach zum Thema «Auslegung der Neutralität in der Schweiz».

Man munkelt es schon länger in den Bergen in Adelboden... 

... Geflüster

Endlich wird in der Galerie des Alpes im Bundeshaus Adelbodner Mineralwasser serviert. Vielleicht hilft das sprudelnde Elixier mit viel Calcium auch, weise Entscheidungen zu treffen. 😉 Jedenfalls freut es mich als gebürtige Adelbodnerin, Adelbodner Wasser zu schlürfen. 

Wer, wo und wann welches Schweizer Mineralwasser trinken darf, ist ja eine grössere Staatsaffäre in Bundesbern.

Auf dieses Wasser stosse ich gerne an!
Der Mineral-Murks: Wasserflaschen bekommen Sonderbehandlung im Bundeshaus
Wie im Parlament eine regelrechte Bürokratie um das Mineralwasser der Mächtigsten entstanden ist. Und warum dafür sogar Flaschen gebadet und geschrubbt werden.