Bundeshausgeflüster #33
Es gibt zwei Momente, wo es ziemlich ruhig ist in Bundesbern. Jeweils im Juli und über die Weihnachtszeit. Das ist die Zeit, wo wir Parlamentarier und Parlamentarierinnen versuchen, etwas Abstand zu gewinnen.
Das gelingt nicht immer gleich gut und ist von Ereignissen nationaler oder gar internationaler Tragweite abhängig. Ich bin tief betroffen über das schreckliche Unglück in Crans-Montana und habe mich deshalb bewusst politisch zurückgehalten. Was mich sonst in der besinnlichen Zeit beschäftigt hat, erfährst du im ersten «Bundeshausgeflüster» des Jahres 2026.
«Es wird in Crans-Montana nie mehr so sein wie vorher».
Das konntest du überall lesen und es ist wohl auch so. Mich hat die Tragödie wirklich sehr betroffen gemacht und es war auch ein Grund, wieso ich Medienanfragen abgeschmettert habe. Obschon ich die Rolle als Sicherheitspolitiker innehabe, fand ich, dass es nicht an mir ist, auch noch meinen Senf dazuzugeben.

Wieso?
- Den vielen Trauernden und Betroffenen soll der nötige Respekt gezollt werden
- Zu viele Spekulationen und Schuldzuweisungen im ersten Moment
- Es geht darum, dass Betroffene aus der Gemeinde und dem Kanton VS dies einordnen.
- Ich kann inhaltlich und politisch im Moment nichts Sinnvolles dazu beitragen
Der Zeitpunkt, zu dem ich mich mit diesem Thema beschäftigen muss, ist klar. Das wird in der Sicherheitskommission sein, wo wir uns mit klarem Kopf über die nationale Tragweite des Ereignisses unterhalten werden und die nationale Sicherheit im Fokus steht und in welchen Bereichen der Bund seine Aufgaben besser oder anders wahrnehmen muss.
Ich möchte es nicht versäumen, hier zu danken!
All den Menschen, die sofort Hilfe geleistet haben, Feuerwehr, Rega, Spitäler, etc.
Die grosse Solidarität des Auslands ist enorm wertvoll. Im Rahmen des europäischen Zivilschutzmechanismus haben zahlreiche Länder die Schweiz unterstützt.
Als Sportlerin möchte ich mich auch bei den Organisatoren der Weltcuprennen von Adelboden und Wengen bedanken. Sie haben sich sehr empathisch und respektvoll gegenüber Crans-Montana gezeigt. Ein Gänsehautmoment war die Schweigeminute am Chuenisbärgli, die von einer riesigen Fangemeinschaft still mitgetragen wurde. An der legendären Lauberhornabfahrt beeindruckte der stille Überflug der Patrouille Suisse zum Gedenken an die Brandkatastrophe.
SRG stärken, nicht halbieren.
Und nun komme ich zu einem weiteren Thema von nationaler Bedeutung, das jetzt an Fahrt gewinnt. Die SRG-Halbierungsinitiative. Hier findest du zahlreiche Argumente des Nein-Komitees, dem auch ich angehöre.
«In unsicheren Zeiten braucht es verlässliche Informationen, denen wir vertrauen können. Die SRG stellt sicher, dass wir in allen Landesteilen in unseren Sprachen, zu unabhängiger und fundierter Berichterstattung Zugang haben. Die Halbierungsinitiative bedroht diesen Service public und schwächt unser Land».
Ich stehe auf für den Schweizer Sport.
Gestern hat ein Millionenpublikum vor dem Fernseher den Sieg von Marco Odermatt bejubelt und sich an den qualitativ hochwertigen Sportbildern erfreut. Diese wären in aktueller Form definitiv Geschichte und die Beiträge auf ein Minimum reduziert. Wenn man das will, darf man sich nicht beschweren, wenn man bei Pay-TV teuer bezahlt und keine ähnlich nahen Berichterstattungen bekommt. Das scheint vielen nicht klar zu sein. Auch deshalb engagiere ich mich im Sportkomitee.
«Ich will nicht, dass der Schweizer Sport von der Bildfläche verschwindet.»

Das lief sicherheitspolitisch
Das Zivilschutzalter ist wieder auf 40 Jahre angehoben worden, um den angeblichen Unterbestand zu decken:
- Ich kann trotzdem damit leben, da es allenfalls bei Krisensituationen Sinn macht, erfahrene Zivildienstleistende einzusetzen. Mehr dazu kannst du im Bericht der Tagesschau verfolgen.
- Das Referendum gegen die Schwächung des Zivildienstes wurde eingereicht. Über 30 Partnerorganisationen und Parteien unterstützen dieses Vorhaben, die Verschärfung für den Zugang zum Zivildienst
«Wir wollen keine Verschärfung für den Zugang zum Zivildienst. Unsere Sicherheit braucht alle drei Gefässe; Armee, Zivilschutz und Zivildienst.»

Das steht an?
- SIK- Sitzungen
- Vernehmlassung Olympische Spiele
Und so sieht es sportlich aus:
Es ist mir eine Ehre, in knapp zwei Wochen mit der Frauennationalmannschaft von Swiss Ice Hockey zu den Olympischen Spielen nach Mailand zu reisen.
Als Athletiktrainerin werde ich vor Ort sein und eine intensive Zeit erleben. Ich werde euch regelmässig via Social Media daran teilhaben lassen und euch einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Während dieser Zeit darf ich keine politischen Aussagen machen, was es zu respektieren gilt.

Diesmal ein völlig unverdächtiges Geflüster aus den Reihen einer Schulklasse...
... das Geflüster
Wie du vielleicht schon gesehen hast, führe ich auch regelmässig mit Schulklassen oder Interessierten Bundeshausbesuche durch. Kürzlich hatte ich eine 5. Klasse aus Evilard zu Besuch. Die Kinder waren sehr interessiert, haben viele Dinge entdeckt und viele Fragen gestellt.
Ein Junge hat mich besonders zum Lachen gebracht. In der Wandelhalle gibt es an der Decke viele Fresken und in einem Bereich ist ein rundes Gitter angebracht, ich denke, es führt in einen Lüftungsschacht. Der Junge wollte wissen, ob das die Dusche sei und ob dort Wasser herauskomme. Ich habe mir daraufhin ein heiteres gemeinsames Duschen von Nationalrätinnen und Nationalräten während der Session vorgestellt. Das würde dann ganz verdächtige Gerüchte für das Geflüster geben.
